Der Alte Fritz kommt!
Ganz Brandenburg feiert König Friedrich II. und Storkow feiert mit! Zum 300. Geburtstag erinnern auch wir uns an das Vermächtnis des Preußenkönigs, der uns mit den Kolonistendörfern „Philadelphia“ und „Neu Boston“ Amerika ein Stück näherbrachte. Doch die Zeitreise führt auch in unsere Gegenwart.
Unsere Sonderveranstaltungen verteilen sich über das ganze Jubiläumsjahr und sind in unserer Veranstaltungsübersicht "Friedrich 300" einsehbar.
Download:
Veranstaltungsflyer "Der Alte Fritz gestern und heute"
Programmflyer des Kinderaktionstages "Preußische Landschule im 18. Jahrhundert"
Aufschlussreiche Grabungen zur abwechslungsreichen Baugeschichte
Die Freilegung des mittelalterlichen Mauerwerks brachte erstaunliche Funde zutage. Die Burg zeigt sich als einzigartiges Bilderbuch der Bautätigkeit der verschiedenen Besitzer.
Die Herren von Strele bauten die erste steinerne Burganlage, dort, wo vorher nur hölzerne Befestigungen waren. Die gefundenen Eingänge lagen weit tiefer als das heutige Hofniveau. Licht- und Lufteinlässe, „Schießscharten“ sind im Kellergeschoss zu sehen. Im Obergeschoss entdeckten die Bauarbeiter einen ehemalig geheimen Raum, ein begehbares Versteck für Wertsachen, notwendig, weil die Herren viel auf Reisen waren.
Im Burgcafé wurden wertvolle Holzbalken gefunden, saniert und neu eingebaut, die zum Teil seit über 800 Jahren als Bauholz Verwendung fanden. Die unverputzten Wandflächen lesen sich wie ein Jahrbuch der Burg. Jeder ihrer Besitzer hat irgendetwas umgebaut oder angebaut. Davon zeugen die Bögen, Bruchstellen oder Ausbesserungen des Mauerwerks.
Der wenige äußere Schmuck des Bauwerks aus Sandstein stammt von den Umbauten des Architekten Emil Schaudt, der die Burg 1910 erwarb und ihr auch einen Turm aufsetzte, der aber mit dem Brand von 1978 wieder verloren ging. Bereits beim Bau der Südwand wurde das Verlies freigelegt, indem Stefan Meiße, der Mitkämpfer von Hans Kohlhase, berühmt geworden als Kleists Romanfigur Michael Kohlhas, 1538 zu Tode gefoltert wurde.
Zeiten des Wiederaufbaus und ein Neuanfang
Seit 1998 betrieb die Stadt erfolgreich den Wiederaufbau und die Restaurierung nach dem Brand des Palas im Dezember 1978. Mit großer Unterstützung der Brandenburgischen Landesregierung wurde die Burg 1999 aus Mitteln des Sonderprogramms zur Entwicklung des ländlichen Raumes und der Stadtsanierung wiedererrichtet. Auch die Einwohner und Freunde Storkows unterstützen den Wiederaufbau seit Beginn mit Spendengeldern, freiwilliger Mitwirkung und regem Besuch der Veranstaltungen. Bereits 2001 waren die Stadtbibliothek und die Touristinformation im sanierten Fachwerkhaus der Burg eingezogen, ab 2005 konnte der Burghof mit einer modernen Freilichtbühne bespielt werden.
Am 26. Februar 2009 wurde schließlich die Fertigstellung des sog. Brauhauses und des Palas nach Plänen des Potsdamer Architekten Thomas Alt gefeiert. Konnten die Bürger und Gäste der Region bisher nur die Nord-, Ost- und Südmauer, den Burghof mit zugehöriger Freilichtbühne sowie die Tourist-Information und die Stadtbibliothek besichtigen und besuchen, stehen ihnen nun die historisch und architektonisch interessanten Hauptgebäude der Burg offen.
Information und Aktion rund um Kultur, Geschichte und Natur
Ehrenamtliche Stadt-, Burg- und Naturführer geben gern Auskunft über die Geschichte und Gegenwart des Storkower Landes. Der Naturpark Dahme-Heideseen und die Heinz Sielmann Stiftung machen Naturbildungsangebote, die sich für Gruppen jeden Alters eignen. Die Freilichtbühne und der große Saal im Palas laden ein zu kulturellen Leckerbissen wie Konzert, Theater, Kabarett oder Tanz. Künstler und Kunstinteressierte haben den Burg-Kultur Verein Storkow gegründet und bereichern mit eigenen Aktionen das Kulturleben der Stadt.
Die Burg als Besucherzentrum mit Natureum und Kultureum
Nach ihrer Sanierung ist die Burg ein Anziehungspunkt mit internationalem Anspruch und nicht nur fassbare Geschichte, sondern in erster Linie lebendiger Treffpunkt. Mit dem großen Saal im Palas ist ein Raum geschaffen worden, der über die gesamte Länge und Breite für Konferenzen, Ausstellungen, Kino, Konzerte und Feste zur Verfügung steht. Die technische Ausstattung erlaubt Dia-, Video- und Filmvorführungen. Das Kultureum bietet ausreichend Platz für Sonderausstellungen auf dem Galerien-Rundgang. Noch bis Ende 2011 kann dort die Ausstellung „40 Jahre PUHDYS“ besichtigt werden. Im Rittersaal sowie im Ober- und Dachgeschoss beherbergt das Natureum seit dem 1. Mai 2009 ganzjährig eine multimediale Erlebnisausstellung "Mensch und Natur - Eine Zeitreise". Hier finden moderne Lernkonzepte für Erwachsene wie für Kinder Anwendung und werden interaktive Erlebnisse gestaltet. Das Burgcafé rundet den Besuch der Burganlage ab, denn dort bietet die Konditorei Schüren täglich süße und herzhafte Backwaren, Eis und Kaffeespezialitäten an.